Deister Hiking Trails

Buntes aus dem Deisterland

Deister Hiking Trails

Pferd – Wildschwein – Mensch

Pferde und Wildschweine kann man wirklich sehr leicht verwechseln…

Artikel Zeit-Online: Jäger erschießt versehentlich Pferd auf Koppel – Ein Jäger hat auf einer Weide im Hochtaunuskreis versehentlich ein Pferd erschossen. Er habe angegeben, das zwölfjährige Quarterhorse mit einem Wildschwein verwechselt zu haben, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden am Dienstag.

Fotos ©deisterland.wp.com

 

Obelix‘ Lieblingsschweine

verursachen weltweit jährlich so viele CO2-Emissionen wie rund 1,1 Millionen Autos, behauptet ein internationales For­sche­r:in­nen­team. (Artikel „Schweine als Klimasäue“, TAZ, klick Link)

… hoffentlich werden jetzt nicht die 400.000 deutschen Jäger*innen zu Klimaschütz*innen 😉 .

Fotos ©deisterland.wp.com

Die Natur streichelt die Seele

Viele Menschen wissen, dass ihnen ein Spaziergang während der Mittagspause oder nach dem Feierabend gut tut. Im Deister habe ich einen Lieblingsort, an dem ich mich gerne aufhalte. Meistens gehe ich abends dorthin. Es ist ein Hochsitz an einer versteckten Waldlichtung, in dem ich mich ein bis zwei Stunden aufhalte. Manchmal ist an und auf der Lichtung nur wenig los, aber es ist nie nichts los.

Mitte Juli. Ich bin an meinem Lieblingsort, endlich Ruhe! Es herrscht Windstille und ich höre dem Vogelkonzert zu. In mir kehrt Stille ein. Nach ungefähr einer viertel Stunde betritt eine große Wildschweinfamilie die saftig grüne und mit Sommerblumen übersäte Lichtung. Ein paar Frischlinge fangen kurz miteinander an zu toben und zu raufen. Ich könnte ihnen endlos zuschauen.

Die Abenddämmerung beginnt und es wird Zeit zu gehen. Leise packe ich meine Kamera in den Rucksack und klettere langsam den Hochsitz runter. Büsche verdecken meinen Abstieg und ich entferne mich auf leisen Sohlen von der Lichtung weg.

Auf dem festen Waldweg angelangt laufe ich zurück zum Parkplatz. Ich fühle mich gut und befreit.

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Salzleckstein

Auch Wildtiere brauchen Salz, vor allem die Pflanzenfresser. Jäger oder Förster stellen im Wald Salzlecken auf, an denen die Wildtiere ihren Natriumbedarf stillen können. Die Lecksteine werden auf Lichtungen und in Wäldern auf einem Baumstumpf befestigt. Der Regen wäscht das Salz in kleinen Mengen den Stamm hinunter, damit Tiere wie Rotwild, Rehe, Wildschweine, Häschen keine „Überdosis“ zu sich nehmen. Besonders Muttertiere verlieren große Mengen Natrium über die Milch und müssen ihren Salzhaushalt wieder auffüllen. Auch beim Fellwechsel verlangt der Stoffwechsel nach größeren Mengen Salz. Nutztiere wie Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen sind ebenfalls süchtig nach Salz. Jäger nutzen den Salzhunger der Wildtiere aber auch gezielt, um sie für die Jagd anzulocken.

Mit einer Tüte Paprikachips genieße ich jetzt noch den restlichen Abend. Wünsche euch allen eine schöne und nicht ganz so stürmische Oktober-Woche 🙂

Dänemark plant Grenzzaun

Dänemark will einen 70 Kilometer langen Zaun aufstellen, um Wildschweine fernzuhalten. Grund ist die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest.

„Ich finde das eine Sauerei!“, beschwert sich ein Wildschwein aus dem Deisterland. Die Rotte muss alle Urlaubspläne über Bord werfen. Zum Glück kam die Nachricht rechtzeitig. Sie wollten nicht für immer in Dänemark bleiben.

Artikel NDR „Dänemark: Schweinezaun soll kommen“ (klick)

Kleine Racker

Frischlinge toben und raufen miteinander im Wisentgehege Springe. Das Tarnfell der Frischlinge ist hellbraun oder hellgrau gefärbt und weist braune, dunkelbraune oder schwarzbraune Längsstreifen auf. Nach drei bis vier Monaten verlieren sie diese Streifen und bekommen ein bräunliches Jugendfell.

Ein Herz für Wildschweine

Das Wildschwein als Bauernopfer!

Im Deister leben viele Wildschweine und ich bin bereits zahlreichen Tieren begegnet. Immer mit RESPEKT! Mir ist bewusst, dass diese sehr faszinierenden Tiere bei uns stark bejagt werden, um den Bestand einzudämmen. Bei der aktuellen Diskussion um die Afrikanische Schweinepest und Forderung von Wildschweinabschüssen (70 % des Bestandes!) platzt mir die Hutschnur! Für ein hausgemachtes Problem durch Menschen wird mal wieder eine Wildtierart zur „Verantwortung“ gezogen! Müssen immer gleich Massentötungen stattfinden? Gibt es keine andere Strategien, um Seuchen einzudämmen?

Hier Fotos von meiner letzten aufregenden Begegnung mit einer Wildschweinfamilie im Deister. Die Bildqualität ist zwar nicht besonders gut gelungen, aber dafür war das Erlebnis im August 2017 etwas Besonderes. Empörte Grüße aus dem Deisterland!

Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Das Wildschwein als Bauernopfer

 

 

Mesenstein im Deister

Der Mesenstein ist direkt neben dem Panoramaweg am Deister-Waldrand zu finden, etwa 800 m von der Gaststätte Ziegenbuche bei Bad Münder entfernt. Im Deister leben viele Wildschweine. Der Gedenkstein ist eine Mahnung an die Jägerschaft, aber erinnert auch an das Schicksal eines Jägers. Er trägt die Inschrift: Curt Mese „Hei grunzet as en Swin un is for en Swin erschaten. Der Sele Godt gnedich syn.“

Eine vom Kur- und Verkehrsverein Bad Münder im Jahr 2003 dort aufgestellte Tafel gibt Auskunft über den Jagdunfall, der sich etwa im Jahr 1900 am Ort des Gedenksteins ereignet hat.

Es zogen eines Tages zwei mündersche Bürger zum Walde des Deisters hoch. Einer von ihnen, Cordt Mese, trug sein Gewehr bei sich. Sein Freund, auf den er erst am Deisterhang gestoßen war, trug keine Waffe bei sich. „Du Cordt, warte hier, ich hole schnell meinen Schießprügel, dann gehen wir miteinander Jagen“ meinte dieser und eilte stadtwärts. Während des Wartens kam dem Cordt Mese ein wenig durchdachter Spaß in den Sinn: Er verkroch sich im Gebüsch. Als sein Jagdgenosse mit Gewehr zurückkehrte, grunzte er in seinem Versteck wie ein wildes Schwein, um seinen Freund zu foppen. Dieser, schnelles Jagdglück erhoffend, schoß sofort und traf seinen Freund Cordt Mese tödlich.

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